Jan Rehda sammelt Erfahrungen in der Vukanologie bei einem Praktikum in Ecuador
Von Ute Rehda / Magdeburger Volksstimme (volksstimme.de) und Jan Rehda

Jan Rehda in der Mitte der Welt
Seit September 2007 studiere ich an der Technischen Universität Bergakademie Freiberg Geologie/Mineralogie. Vier Semester habe ich bereits absolviert und es lockte ein halbjähriges Praktikum in Ecuador. Genauer gesagt im Geophysikalischen Institut in der Hauptstadt des Landes, Quito. Dafür habe ich sogar ein Urlaubssemester eingelegt. Das Praktikum organisierte ich mir selbst über eine Praktikumsbörse.
In Vorbereitung auf meinen Aufenthalt in dem lateinamerikanischen Land habe ich ein Semester lang einen Spanischlehrgang an der TU Freiberg besucht, zu wenig, um eine Sprache gut zu verstehen und zu sprechen. Deshalb begann mein Aufenthalt in Quito am 5. April dieses Jahres mit einem einmonatigen Sprachkurs an einer dort ansässigen Sprachschule – fünf Tage in der Woche, täglich sechs Stunden Einzelunterricht.
Am 3. Mai konnte ich mein Praktikum am Institut antreten, betreuender Doktor ist Dr. Hall aus den USA und dessen Ehefrau Petty, die schon seit mehr als 40 Jahren hier am Institut als Vulkanologen tätig sind.
Um Quito herum, in den Anden, befinden sich ca. 18 aktive Vulkane, wobei das Institut größtes Augenmerk auf die Vulkane Tungurahua (5000 Meter hoch) und Cotopaxi (5900 Meter hoch) legt, da sich in deren Nähe eine erhöhte Bevölkerungsdichte befindet, denen bei einem Ausbruch der Vulkane Gefahr droht.
Zu meinen Aufgaben zählen unter anderem: Das Analysieren von Dünnschliffen von vulkanischen Gesteinen, so genannte Andesiten. Sowie, ab und an mit Dr. Hall oder Petty ins Feld zu fahren, um neue Gebiete zu erkunden oder GPS-Stationen zu installieren. Meine neuste Aufgabe, umfasst das erkunden eines Lava-Stromes namens Cuyuja, der vor ca. 200.000 Jahren aus dem im Osten Quitos liegenden Vulkan Antisana eruptiert wurde.
Bereits zwei Mal – Ende April und Mitte Juni – hielt ich mich für jeweils eine Woche im Observatorium am Fuße des Tungurahua auf. Dieses befindet sich in einigen Kilometern, also in sicherer Entfernung, vom Vulkan, auch damit man von dort den gesamten Vulkan überblicken kann.

Aktiver Vulkan Tungurahua in Ecuador
Das Observatorium besteht aus nur einem Raum, in dem sich Rechner und Seismographen befinden. Diese zeigen das zu erwartende Wetter an sowie, wo sich auf der Erdkugel ein Erdbeben ereignet. Die zwei Seismographen sind ältere Modelle, bei denen eine Nadel über mit Ruß geschwärzte Papierrollen kratzen. Natürlich befindet sich im Observatorium auch ein Computer, der die Signale digital aufzeichnet.
Am 28. Mai 2010 kam es zu einem größeren Ausbruch des Vulkans Tungurahua. Glücklicherweise, hatte ich die Möglichkeit einige Fotos vom Observatorium aus zu machen und verschiedene Messungen durch zuführen.
Zu meinen Aufgaben im Observatorium gehörten: das Wechseln der “beschriebenen” Papierrollen alle zwei Tage sowie das Konservieren dieser mit einem Lack, das Berußen der neuen Papierrollen und GPS-Module am Vulkan reparieren und installieren. Außerdem entnahm ich Proben aus Thermal-Quellen die zur Auswertung nach Quito geschickt wurden.
An einem Wochenende war ich am Äquator, dem Mitad del Mundo. Ein dort errichtetes Monument steht nach neuesten, per GPS-Messungen erfolgten Berechnungen 200 Meter neben dem eigentlichen Äquator. Man kann dort verschiedenste Experimente durchführen, zum Beispiel, wie das Wasser abfließt: auf der Nordhalbkugel rechts herum, auf der Südhalbkugel links herum und direkt auf dem Äquator senkrecht nach unten.